Losfahren (gebundenes Buch)

ISBN/EAN: 9783906910109
Sprache: Deutsch
Umfang: 380 S.
Format (T/L/B): 2.9 x 20.8 x 13.5 cm
Einband: gebundenes Buch
Auch erhältlich als
25,00 €
(inklusive MwSt.)
Lieferbar innerhalb 24 Stunden
In den Warenkorb
Saudi-Arabien ist das letzte Land, das Frauen noch das Autofahren verbietet. Ein Gesetz gibt es nicht, nicht einmal eine religio¨se Begru¨ndung. Es ist eine Frage der Macht in einer Gesellschaft, in der Frauen weitgehend rechtlos sind. Es ist nicht mehr als ein Gewohnheitsrecht, das Ma¨nner fu¨r sich reklamieren. Manal alSharif hat sie herausgefordert: Die Computerexpertin ist es leid, ihren Bruder fragen zu mu¨ssen, wenn sie in ihrem eigenen Wagen zu einem Gescha¨fstermin gefahren werden will. Sie setzt sich selbst ans Steuer, la¨sst sich dabei filmen und stellt dieses Dokument des zivilen Ungehorsams ins Internet. Neun Tage sitzt sie dafu¨r im Gefa¨ngnis. Und es wa¨ren wahrscheinlich viele mehr gewesen, wenn nicht ein weltweiter Proteststurm sie befreit ha¨tte. Losfahren erza¨hlt aus erster Hand von diesem Aufstand im Auto, mit dem Manal al-Sharif eine Frauenbewegung in Gang setzte, die den Gralshu¨tern des Patriarchats im Ko¨nigreich immer mehr zu schaffen macht. Aber Losfahren ist viel mehr als das. Selten gab ein Buch so tiefe Einblicke in den streng geregelten Alltag einer saudischen Familie. Offen und eindringlich schildert Manal al-Sharif ihre Kindheit und Jugend, in der sie auf dem Weg war, eine vom Salafismus beeinflusste radikale Muslima zu werden, die das Elternhaus von 'unreiner' Musik sa¨uberte und sogar Aufnahmen ihres Bruders im Ofen einschmolz. Die Helden dieser Generation waren die islamistischen Extremisten, die Vorla¨ufer des heutigen Terrors, die den nach ihrem Versta¨ndnis zu liberalen Staat auf ihre Weise herausforderten. Am eigenen Leib erlebt Manal al-Sharif die Widerspru¨chlichkeit des in zwei Generationen zu immensem Reichtum gelangten Landes. Trotz bester Schulnoten wird sie zu Hause immer wieder verpru¨gelt, um ihren Platz an der Uni, wo sie getrennt von ma¨nnlichen Kommilitonen unterrichtet wird, muss sie ka¨mpfen, und als sie bei der O¨lfirma Aramco gemeinsam mit Ma¨nnern in einem Bu¨ro arbeitet, wird sie als Flittchen beschimpft. Den Ausschlag fu¨r ihre endgu¨ltige Abwendung vom Salafissmus gaben aber die Anschla¨ge des 9. September 2001, die fast ausschließlich von saudischen Ma¨nnern veru¨bt wurden. Heute gilt Manal al-Sharif als eine der wichtigsten Vorka¨mpferinnen fu¨r Frauenrechte in der islamischen Welt. Ihre aufregende Lebensgeschichte ist beides, ein Dokument der Unterdru¨ckung und der Befreiung.
MANAL AL-SHARIF (geboren 1979 in Mekka, Saudi-Arabien) ist die erste saudische IT-Sicherheitsexpertin. Sie arbeitete als eine der ersten Frauen Saudi-Arabiens gemeinsam mit Ma¨nnern in einem Bu¨ro der O¨lfirma Aramco. Nach ihrem o¨ffentlichen Protest gegen das Fahrverbot fu¨r Frauen 2011 musste sie ihre Stelle aufgeben und zog nach Dubai. Seit dem Fru¨hjahr 2017 lebt sie mit ihrem zweiten Ehemann in Australien. Losfahren ist ihr erstes Buch. Fu¨r ihr Engagement fu¨r Frauenrechte erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Va´clav Havel International Prize for Creative Dissent des World Freedom Forum. Das Time Magazine za¨hlte sie zu den 100 einflussreichsten Perso¨nlichkeiten der Welt, Foreign Policy zu den 100 Global Thinkers, Forbes zu den 10 Women who rocked the world.